Hilfe mein Partner/meine Partnerin ist schwierig!

Was tun, wenn eine Beziehung schwierig ist, weil der Partner/die Partnerin schwierig (im Sinne von „das Problem“) ist?

Mach eine Übung daraus! Was kann ich selbst nicht sehen? Das ist die Frage, die die meisten Menschen angeht. Das betrifft auch das (Partner-)Ritual (“Spieglein, Spieglein, in dem ich mich erkannt”, Anm.), das wir heute machen wollen.

Es gibt die Möglichkeit, Beziehungen zu beenden, zu trennen. Und das ist eine Möglichkeit. Aber in einer Beziehung ist es immer so, dass irgendetwas nicht gesehen wird. Das Problem dabei ist, dass man es eben nicht sieht. Solange etwas unangenehm ist, ist das eine Residue. Etwas, das anhaftet.

Beziehungen auf dieser Ebene sind immer Arten der Konfrontation. Das sind Arten der Konfrontation… es gibt diese Annahme, dass der andere dich selbst spiegelt, aber es ist mehr so, der andere zeigt dir einen Teil davon, wie alles ist. Und deswegen auch einen Teil davon, wie du bist. Ein Teil des Problems mit dem “der andere spiegelt mich” ist, dass es nur teilweise so ist. Aber der andere ist auch ein Teil von dir. Das Bild dazu ist, als wäre ich größer als ich und der andere ist ein Teil davon.

(Foto: Timothy Paul Smith)

Also anders ausgedrückt: der andere zeigt mir eine andere Lebensrealität, die auch ein Teil der größeren Wahrheit ist. Das ist ein Aspekt der Spiegelthematik, der oft unterschätzt wird. Ab einer gewissen Ebene geht es nicht darum, die Wurzel des eigenen Schmerzes im Verhalten des anderen zu suchen, sondern die Gemein…gesamtheit zwischen euch wahrzunehmen. Man könnte sagen, das was ihr gemeinsam seid. Aber das ist nicht ganz korrekt. Das, was euer beider Wurzeln ist. Der Teil, der größer ist als ihr beide. Das ist ein Aspekt des Widerstands des anderen. Er ist eine globale Symptomatik.

Ich beschreibe das Bild: Der andere ist nahe, ich sehe die Eigenschaften des anderen, ich sehe meine eigenen Eigenschaften, der andere hat spezielle Eigenschaften, ich habe spezielle Eigenschaften, der andere spiegelt mir meine Eigenschaften, ich spiegel ihm seine Eigenschaften, wir sind uns näher als anderen, und trotzdem spiegelt sich in uns auch die Welt um uns. Das heißt, der andere ist auch mein Zugang zu den Eigenschaften der Welt. Wenn ich mit mir arbeite, wenn ich mit dir arbeite, arbeite ich immer auch mit der Welt. Und die Welt arbeitet mit mir.

Es ist ein bisschen hierarchisch getrennt – aber untrennbar verbunden. Wie Reflexionen auf gekrümmten Oberflächen. Das Bewusstsein kann nicht mehr tun als in der Ruhe zu verharren und der Bewegung zu folgen. Das heißt, dynamisch zu sehen. Und sich drauf einzulassen.

(Foto: Ayo Ogunseinde)

Aber immer im Bewusstsein zu halten, wo der eigene Kern liegt. Der Schmerz der Beziehung ist sowohl individuelle als auch globale Arbeit, weil es nie zu trennen ist. Dieser Satz “Wer einen Menschen heilt, heilt die Welt”. Und wenn es du selber bist. Das relativiert die meisten Beziehungsprobleme. Es gibt immer den Raum zu gehen. Und es gibt immer den Raum, sich selbst zu sehen im anderen. Auch, wenn das Selbst viel größer ist als man meint.

Sieh’ dich dabei als eine Art Gedanken eines großen Gedankenstroms in Interaktion mit allen anderen Tropfen des Stromes. Jeder Tropfen ist auch ein Gedanke. Der Widerstand des anderen ist auch dein Widerstand und er ist auch der globale Widerstand. Um es noch mal zu sagen: das liegt daran, dass auf einer gewissen Ebene kein Unterschied zwischen dir und allen anderen ist.

Nur sollte man den eigenen Kern nicht außer Acht lassen. Die Stille, die ihn umgibt, erlaubt, die Perspektiven einzunehmen und erst wirklich in Beziehung zu treten. Statt die Identität des Stromes anzunehmen.

Jetzt wird es Zeit, das heutige Ritual (“Spieglein, Spieglein, in dem ich mich erkannt”) durchzugeben.

(Übermittelt von: Nepomuk)

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